Norwegen, Ung i Midtdalen
Ich habe mich nach meinem Abi dazu entschlossen, erst einmal für ein Jahr ins Ausland zu gehen, um dort im Rahmen des europäischen Solidaritätskorps einen Freiwilligendienst zu absolvieren. Nach einem Wanderurlaub erkannte ich, dass Norwegen das schönste Land der Welt ist, was ich bisher gesehen habe.
Seit Mitte Oktober 2019 bin ich für etwa 9 Monate in Norwegen. Ich lebe mit einer anderen Freiwilligen aus Frankreich zusammen in einer kleinen Wohnung am Rand eines kleinen Dorfes. Dieses liegt im östlichen Teil des Landes mitten in einem Tal zwischen zwei Gebirgen etwa 3 Stunden nördlich von Oslo. Die Landschaft hier ist einfach unbeschreiblich schön. Jeden Tag, wenn ich aus dem Haus gehe, fühle ich mich fast wie im Urlaub. Und auch wenn es zunächst schwierig war, norwegische Menschen kennen zu lernen – sie sind außer beim Wandern und Langlaufen meist zunächst etwas verschlossen – kann ich eindeutig sagen, dass die Norweger super nette Menschen sind.
Aber was sind meine Aufgaben hier? Zunächst bestehen sie größtenteils aus der Arbeit in zwei „Jugendclubs“ in den Orten Vinstra und Ringebu, wo die Jugendlichen (zwischen 13 und 18 Jahren) nach der Schule hin kommen können, viele von ihnen mit dem Traktor, da man hier ab 16 Jahren den Traktorführerschein machen darf. Im Club organisiere ich dabei verschiedenste Aktivitäten (z.B. Quiz, Bingo, Turniere in Schach, Fifa…) und versuche durch das Integrieren aller Jugendlichen auch allen das Gefühl einer Gemeinschaft zu vermitteln. Oder wir spielen einfach zusammen Billard, Fifa, Tischkicker etc. Manchmal unterhalten wir uns auch einfach nur mit ihnen (meist auf Englisch, auch wenn ich mittlerweile anfange etwas norwegisch zu sprechen), eben immer genau das, auf was sie gerade Lust haben. Wir als Freiwillige sind in den Jugendclubs immer als Assistenz anwesend, das heißt wir tragen eigentlich formal keine Verantwortung und können uns bei Fragen immer an die Leiter des Clubs wenden. Wir sind in den Jugendclubs immer als Assistenz anwesend, das heißt wir haben eigentlich keine Verantwortung und können uns bei Fragen immer an die fest angestellten Mitarbeiter des Clubs wenden, sind aber praktisch gesehen als Freiwillige super in das Team integriert, können unsere Aktivitäten im Jugendclub weitgehend eigenständig gestalten und haben auch in unserer Freizeit mit unseren Kollegen zu tun.
Darüber hinaus helfe ich im norwegischen Deutschunterricht in der vidergående skole (einer Kombination aus gymnasialer Oberstufe und Berufsschule), wenn die Schüler Fragen haben.
Außerdem besuche ich auch einen Norwegischkurs für Geflüchtete und Einwanderer. Im Alltag sprechen viele Menschen in unserer Gegend aber einen sehr starken Dialekt, der sich manchmal fast noch wie eine andere Sprache anhört.
In meiner Freizeit gehe ich oft im örtlichen Schwimmbad (mit Sauna und Whirlpool) schwimmen, gehe wandern oder besuche andere Freiwillige in Norwegen, mit denen ich auch auf zwei super coolen Seminaren war. So bekomme ich die Möglichkeit, während meines Aufenthalts das ganze Land kennen zu lernen. So waren wir schon mehrmals bei Freiwilligen am Fjord zu Besuch und unsere Winterferien haben wir in der Stadt Bergen verbracht. Gleichzeitig haben wir auch schon öfters Besuch bei uns empfangen.
Vieles in meiner Freizeit mache ich mit der französischen Freiwilligen zusammen, da wir uns sehr gut verstehen, obwohl wir eigentlich sehr unterschiedliche Persönlichkeiten sind. Im Winter war es jedoch nahezu unmöglich wandern zu gehen, denn wir hatten durchgängig bis zu 90 cm Schnee im Tal und über 1,5 Meter auf den Bergen. Aber da wir das Auto der Stadtverwaltung für kürzere Fahrten nutzen dürfen und in der Nähe von mehreren Skigebieten und extrem vielen Langlaufloipen wohnen, hatten wir auch im Winter immer etwas zu tun.
Durch die uns betreuende Organisation vor Ort und einen 19-jährigen Norweger, mit dem wir gut befreundet sind, haben wir auch schon viele einheimische Bräuche (hauptsächlich in der Weihnachtszeit) und einige norwegische Speisen wie Elch Steak oder Rakefisk (wörtlich übersetzt: verrottender Fisch) mit Lefse (eine Art Fladenbrot) kennengelernt.
Ich freue mich schon sehr auf die zweite Hälfte meines Aufenthalts, auch wenn ich jetzt im Frühjahr 2020 erst einmal aufgrund des Corona-Virus übergangsweise in Deutschland bin.
Manuel
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